Tablets als externen Monitor nutzen

Gepostet am Apr 26, 2016 in Ratgeber | 5 Kommentare

Im heutigen Zeitalter besitzen die erhältlichen Smartphones teilweise schon riesige Bildschirme, was mit den Mobiltelefonen von früher nicht vergleichbar ist. Noch ein Stück größer sind in der Regel Tablets, welche eine Übergangsstufe zwischen Smartphone und Notebook bzw. Computer darstellen. Mit den Tablets lässt es sich schon sehr entspannt im Internet surfen, weil man einen relativ großen Bildschirm zur Verfügung hat, so dass Inhalte voluminös angezeigt werden.

HDMI-Kabel auf Micro-HDMI

Die kabelgebundene Variante

Wir zeigen in diesem Artikel, wie das Tablet sogar als externer Monitor genutzt werden kann. Dabei präsentieren wir die kabellose Nutzung via WLAN. Eine Verbindung mittels Micro-HDMI (Typ A) auf HDMI (Typ D)* funktioniert in vielen Fällen ebenso gut, sofern das Tablet eine solche Schnittstelle vorweist.

Warum das Tablet als externen Monitor nutzen?

Die Vorteile einer Nutzung mehrerer Monitore an einem PC haben wir in einem vergangenden Artikel bereits beschrieben aber wieso ein Tablet dafür nutzen? Diese Frage versuchen wir in diesem Artikel zu beantworten.

Es gibt verschiedene Gründe, sein Tablet als externen Monitor zu nutzen. Einer davon ist beispielsweise, wenn mal vorübergehend der Monitor daheim defekt ist und der Ersatz noch etwas Zeit für die Lieferung benötigt. Für diese Zwischenzeit eignet sich ein Tablet optimal als externer Monitor für den Computer oder das Notebook.

Aber auch das ständige Nutzen des Tablets kann argumentiert werden. Das heißt, es gibt durchaus User, die ihr Tablet sogar als Erweiterung nutzen und somit neben dem handlichen Display auch die Tochfunktion nutzen. Dies funktioniert sehr gut unter Windows, wo das Tablet dann entsprechend als Erweiterung gilt. Dadurch können Fenster unter Windows zwischen den beiden Monitoren hin und her verschoben werden, was die Arbeit mit dem Computer erheblich erleichtern kann. Besonders bei schriftlichen Recherchen ist es sehr praktisch: Auf dem einen Monitor kann der Artikel aus dem Internet und auf dem anderen Artikel das zu beschreibende Word-Dokument aufgerufen werden.

Auch bei einer Sitzung bzw. einem Vortrag bietet es sich an Tablets als externe Monitore zu verwenden. Der Vortragende kann exemplarisch Dokumente bei den Zuhörenden auf dem Tablet präsentieren. So kann jeder Gast ein Tablet in die Hand bekommen und diese werden parallel vom Vortragenden gesteuert. Damit bekommen die Interessierten genau das gezeigt, was sie sehen sollen und das bequem vor sich auf dem Tablet. Eine solche Lösung ist nur praktikabel, wenn sie kabellos funktioniert, da der Hauptrechner des Vortragenden nicht genug HDMI-Ausgänge aufweisen wird, um alle Gäste anzusteuern.

Es gibt sicherlich noch viele weitere Gründe, warum man sein Tablet als externen Monitor nutzen kann und der Fantasie der Nutzer sind kaum Grenzen gesetzt.

Wie funktioniert es?

Windows-Tablets Empfehlung Spacedesk

Spacedesk erweiterter Bildschirm

Spacedesk erweiterter Bildschirm
© Spacedesk

Das Ganze funktioniert meist durch zusätzliche Software, die installiert werden muss. So kann sich beispielsweise mit Spacedesk der Monitor eines zweiten PCs, Laptops oder wie in diesem Artikel thematisiert Tablets als Zweitmonitor für einen Windows-PC verwenden. Hierfür muss ein Treiber auf dem PC installiert werden, damit die Verwendung des Tablets als externer Monitor möglich ist. Zudem muss auf einem Windows Tablet die Spacedesk-Client-App „Personal View“ installiert werden. Auf Geräten mit anderen Betriebssystemen muss eine spezielle Website mit dem Webbrowser aufgerufen werden. Dort muss dann die IP-Adresse des entsprechenden Windows-Rechners erfasst werden. Somit wird eine Verbindung über das WLAN- bzw. LAN-Netzwerk aufgebaut, wobei beide Wege möglich sind.

Android-Tablets Empfehlung iDisplay

Auf Android-Tablets funktioniert das Ganze mithilfe einer App namens iDisplay. Damit lässt sich ein Tablet als zweiter Monitor für einen Windows- oder Mac-Rechner nutzen. Die Einrichtung ist dabei sehr simpel und kinderleicht: Es bedarf lediglich einer Installation der App auf dem Android-Gerät bzw. Tablet sowie einer dazugehörigen Software auf dem Windows- oder Mac-Rechner. Auch hier lassen sich zum Beispiel Fenster hin und her schieben und auch auf das Tablet verschieben. Diese App ist jedoch kostenpflichtig, wobei sich vorher eine kostenlose Demoversion herunterladen lässt, um sich die Funktionsweise einmal anschauen zu können. In unserem Test lief die Software problemlos. Allerdings gibt es einige Beschwerden, dass die App oftmals abstürzt. Wir konnten dies nicht feststellen.

iPads Empfehlung TouchDisplayLink

DisplayLink-LogoAuch für iPads funktioniert es die smarten Tablets via WLAN als externen Monitor zu benutzen. Eine so zu nutzende App nennt sich DisplayLink und ist für das iPad aus dem Hause Apple sogar kostenlos erhältlich.

Was sind die Besonderheiten?

Natürlich gibt es Besonderheiten. Zum einen ist es erstmal ungewohnt, die Inhalte vom Rechner auf seinem Tablet zu sehen.

Zum anderen ist eine Besonderheit, dass die Geschwindigkeit nicht immer so zufriedenstellend ist wie mit einem normalen Monitor. Das hängt jedoch auch von der WLAN-Verbindung ab, in der sich das Tablet sowie der entsprechende Rechner befinden. Je nach Geschwindigkeit, können die Inhalte auf dem Tablet auch ins Stocken geraten. Daher sollte man das Tablet hier nicht mit einem 1080p Monitor, der über ein HDMI-Kabel mit dem Rechner verbunden ist, vergleichen. Das ist nochmal eine andere Dimension, die man eben nicht eins zu eins per WLAN nachbilden kann. Auch der Grafikchipsatz des Tablets beeinflusst die Geschwindigkeit. Von daher sollte beim Kauf auf diesen geachtet werden, sofern ein solcher Einsatz als externer Monitor geplant ist. Unter http://tablet-test-top.de sind Tests zu Tablets zu finden.

Zu einer weiteren Besonderheit zählt wie oben bereits erwähnt, die Möglichkeit, Fenster zwischen Monitor und Monitor hin und her verschieben zu können, wenn man die erweiterte Ansicht aktiviert hat. Das kann das Arbeiten mit seinem Computer erheblich erleichtern und ist somit eine sehr praktische Funktion, die man logischerweise mit einem Monitor nicht besitzt.

Fazit

Wie man sicherlich erkennen kann, handelt es sich bei der Möglichkeit, sein Tablet als externen Monitor nutzen zu können, um eine sehr praktische Anwendung. Die Fähigkeit, die beiden Monitore gleichzeitig zu nutzen und dabei diese sogar als zwei separate Arbeitsflächen betrachten zu können, macht das Ganze sehr attraktiv. Recherchiert man beispielsweise für eine Hausarbeit, kann man auf dem einen Monitor die Quelle z.B. in Form einer Website aufrufen und auf dem anderen Monitor, in unserem Falle also das Tablet, das entsprechende Word-Dokument. So braucht man nicht ständig hin und her switchen, was natürlich mit relativ viel Aufwand verbunden ist. Glücklicherweise gibt es auch wie oben erwähnt einige kostenlose Software, welche hierfür optimal genutzt werden kann. Aus diesem Grund gibt es von uns eine klare Empfehlung, sein Tablet auch mal als externen Monitor zu nutzen. Es hat im Prinzip nur Vorteile in sich. Ob die die Wahl, wie hier beschrieben auf die kabellose Variante fällt, muss dabei jeder für sich entscheiden. Auch der Anschluss per HDMI funktioniert in den meisten Fällen problemlos.

5 Antworten : “Tablets als externen Monitor nutzen”

  1. Hallo,
    ich nutze gerade Spacedesk um mein Andorid Tablet mit meinem Windows 10 Rechner zu verbinden. Leider bricht immer mal wieder die Verbindung ab. Gerade wenn man länger arbeitet und im Netz recherchiert ist das ziemlich ärgerlich.
    Ich vermute es liegt am WLAN. Wenn es dort eine kleine Unterbrechung gibt, fliegt man scheinbar sofort raus. Gibt es für Andorid eine Möglichkeit das Tablet mit einem Kabel an den Laptop zu stöpseln und das Display darüber zu erweitern?
    Das Kabel stört mich nicht und die Verbindung wäre sicher deutlich stabiler.

  2. Patrick Rorh sagt:

    Mich würde eher die Variante mit dem HDMI Kabel Interessieren.
    Da der Stromverbrauch wahrscheinlich einiges kleiner wäre.

  3. mborges sagt:

    Hi,
    habe gute Erfahrungen mit „Synergy“ -> http://www.symless.com Damit kann man z.B. auch zwei Laptop-Monitore miteinander verbinden (Klonen oder erweitern), Maus + Tastatur sharen … Nur geringe Delays, kann man gut mit arbeiten. Habe noch eine kostenlose Version, mittlerweile werden ein paar Dollar fällig.
    Habe nur die WIN-Variante ausprobiert, die bieten aber auch MacOS + Linux an.

  4. Senfdazu sagt:

    Das Ganze hat doch eher was von erweitertem Fernwartungszugang! Z.B. gibt es bei Teamviewer die Möglichkeit sein Bild dem/den anderen zu zeigen. Und mit einer kleinen Anpassung wird es hier als externer Monitor verkauft. Es geht also auf Last der GPU, da viele kleine Bildchen übertragen werden. Die Anbindung per HDMI Kabel ist viel interessanter…warum erzählt ihr davon nichts??

    • Thomas Jacob sagt:

      da hast du Recht, was die Nutzung mittels HDMI-Kabel betrifft. Aber wie in der Einleitung bereits steht, soll der Artikel sich ausschließlich mit dem Anschluss per WLAN auseinandersetzen. Per HDMI ist ja nicht die Schwierigkeit 😉 Außerdem besitzen nicht alle Endgeräte den passenden Anschluss dafür…

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